Gut mit sich umgehen: Stressbewältigung & Positive Psychologie

Gut mit sich umgehenDie Positive Psychologie geht weiter in die Welt hinaus: Unser Praxiskurs "Gut mit sich umgehen: Stressbewältigung & Positive Psychologie" wird ab 2017 bayernweit für alle gesetzlich Versicherten kostenfrei angeboten. In Zusammenarbeit mit der AOK Bayern hat Daniela Blickhan nun die ersten 20 Kursleiter geschult, die diesen Kurs im Präventionsprogramm der AOK Bayern und in Betrieben anbieten werden. Im Dezember machen wir die zweite Gruppe Kursleiter fit, und ab Januar 2017 wird unser Kurs dann in denProgrammheften der meisten bayrischen AOK-Direktionen angeboten.

Ein ganz großer Dank an die AOK Bayern, speziell an Dr. Dennis John und Dr. Anette Scheder, die dieses Projekt von Anfang an so tatkräftig unterstützt haben.

Ein Meilenstein für die Positive Psychologie in Deutschland!

Zum ersten Kongress des Dachverbands PP waren 200 Teilnehmer an die Freie Universität Berlin gekommen, um sich zu informieren, welche Neuigkeiten es aus Anwendung und Forschung der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum gibt.

In ihren Keynotes stellten namhafte Professoren auf dem Gebiet der Positiven Psychologie dieses schnell wachsende Forschungsgebiet vor:

  • Auf zwei Säulen steht sich’s gut - Evidenz und Relevanz als Grundpfeiler Positiver Psychologie | Porf. Kathrin Heinitz, Freie Universität Berlin
  • We Will Rock You: Über den Zusammenhang von Motivation, Reflexion und Wohlbefinden | Prof. Michaela Brohm-Badry, Universität Trier
  • Möglichkeiten und Grenzen Positiver Interventionen: Eine Forschungsperspektive | Prof. René Proyer, Universität Halle-Wittenberg
  • Forschung zur Lebenskunst als Teil der PP: Prof. Bernhard Schmitz, Technische Universität Darmstadt

Zahlreiche Vorträge, Workshops und Poster zeigten, in wievielen Feldern die Positive Psychologie inzwischen angewendet wird.Die PP ist eines der Forschungsgebiete der wissenschaftlichen Psychologie, das am schnellsten wächst. Die exponentielle Zunahme von Studien belegen dies eindrucksvoll.

Der Kongress klang mit einer Podiumsdiskussion aus, in der fünf Experten der PP auf Fragen der Teilnehmer eingingen, wohin sich die Positive Psychologie künftig entwickeln wird.

Auf dem Foto von links: Thorsten Sauter (Moderator), Prof. Karlheinz Ruckriegel (TH Nürnberg), Dr. Markus Ebner (Universität Wien), Prof. Corinna Peifer (Universität Bochum), Dipl.-Psych. Judith Mangelsdorf (Freie Universität Berlin), Dipl-Psych. Daniela Blickhan (Freie Universität Berlin), Ralf Möller (Moderator)

Der nächste Kongress des Dachverbands wird im September 2018 in Nürnberg stattfinden. Die Schirmherrschaft wird Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel übernehmen, ein prominenter Verterter der Glücksforschung, der auch Regierungsgremien zu diesen Themen berät.

Daniela Blickhan als 1. Vorsitzende des Dachverbands Positive Psychologie bestätigt

Im Vorfeld des Kongresses des Deutschsprachigen Dachverbands Positive Psychologie fanden die Neuwahlen des Vorstandes statt. Daniela Blickhan, seit der Gründung 2013 1. Vorsitzende des Dachverbands wurde ebenso im Amt bestätigt wie Judith Mangelsdorf, 2. Vorsitzende seit 2015. Schatzmeisterin Birgit Stockinger und Schriftführerin Ursula Ross komplettieren den Vorstand.

Eindrücke vom Kongress Positive Psychologie in Hamburg

Anfang Juli waren Martin Seligman und Barbara Fredrickson auf Einladung von Philip Streit in Hamburg bei der Seligman-Tour 2016 zu hören. Im Verlauf der zwei Tage wurden zahlreiche Facetten des Gelingenden Lebens und Arbeitens präsentiert, zum Beispiel von Gerald Hüther, Tobias Esch, und Daniela Blickhan. Jutta Heller, Professorin an der Fachhochschule Erding, fasst die Inhalte in ihrem Blogartikel zusammen

> zum Artikel

Bitte mitmachen: empirische Studie zu Stärken

Wer unterstützt die Forschung in Positiver Psychologie (und die Masterarbeit einer Studentin)? Darin geht es um positive Charaktereigenschaften und darüber, wie es sich anfühlt, diese bei anderen zu sehen. Bitte mitmachen - es dauert nur 10 Minuten. Und bitte gerne weiterleiten an Freunde und Bekannte. Je mehr Menschen die Fragen beantworten, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Danke!

Please take 10 minutes to participate in this online study, reflect on character traits and strengths, and see how seeing them in other people might make you feel – and spread the word. Many thanks!

https://aruspsych.eu.qualtrics.com/SE/?SID=SV_8vrJrio5EauKjHf

 

Ist die Positive Psychologie „positiv“ und „ganzheitlich“?

Eine Leserin meines "Handbuchs Positive Psychologie" stellte zwei interessante Fragen:

  • gerne möchte ich Ihnen eine Frage zu Ihrem Buch „Positive Psychologie - Ein Handbuch für die Praxis“ stellen. Ich beziehe mich auf Seite 21: „Positive Psychologie (nach Seligman & Kollegen) ist nicht gleichzusetzen mit Positiver Psychologie (nach Peseschkian)". Hier schreiben Sie: „Der zentrale Begriff ‚positiv‘ ist nicht im Sinne einer Wertung zu verstehen, sondern ‚positiv‘ bedeutet hier entsprechend seiner ursprünglichen Bedeutung (Lateinisch: positum) das Tatsächliche, das Vorgegebene. Verstehe ich das richtig, dass sich diese Beschreibung bloß auf ‚positiv‘ im Rahmen der Positiven Psychotherapie bezieht und eben nicht Positive Psychologie. Oder gilt die Beschreibung für beide Ansätze?
  •  Außerdem möchte ich gerne nachfragen, ob beide Ansätze von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgehen. Für die Positiven Psychotherapie wird das explizit in Ihrem Buch genannt, nicht aber so für die Positive Psychologie. 

Hier meine Antwort an die Leserin:

Die beste Definition Positiver Psychologie ist meiner Meinung nach die von Chris Peterson: PP is the science of what goes right in life. Auf Deutsch übersetze ich das in der Regel mit „Wissenschaft vom gelingenden Leben“. Insofern kann man „positiv“ in der PP mit Begriffen wie „gut, gelingend, wachstumsfördernd“ umschreiben oder, um Peterson noch einmal zu zitieren, mit north of neutral. In der Positiven Psychotherapie von Peseschkian wird „positiv“ dagegen als „gegeben“ definiert, doch dabei muss man auch berücksichtigen, wann Peseschkian dies formulierte. Das war in den 60er Jahren und seitdem ist durch die Arbeiten von (zum Beispiel) Ed Diener (Wohlbefinden), Robert Emmons (Dankbarkeit) und Barbara Fredrickson (positive Emotionen) eine stabiler Grundstock aus Forschungsergebnissen entstanden, auf dem Seligman die heutige PP 1998 als eigenständiges Forschungsgebiet etablieren konnte.

Wichtig ist, dass wir nicht dabei stehen bleiben, was 1998 als PP postuliert wurde. In den knapp 20 Jahren seither hat sich viel getan, vor allem durch das zunehmende Integrieren des „Negativen“. Die PP richtet inzwischen ihren Blick nicht nur darauf, wie Menschen unter günstigen Umständen zum gelingenden Leben finden können, sondern auch und gerade unter ungünstigen Bedingungen. Dies wird als „zweite Welle der PP“ bzw. „PP 2.0“ bezeichnet; dazu gehören zum Beispiel Forschungsthemen wie Resilienz, posttraumatisches Wachstum und Sinngebung.

Deshalb ist es nicht ganz so einfach, auf Ihre Frage nach dem „positiv“ in „Positiver Psychologie“ kurz zu antworten. Die Thematik ist vielschichtig und spannend!

Zu Ihrer zweiten Frage nach dem ganzheitlichen Menschenbild in der PP: Dies ergibt sich bereits teilweise aus dem oben beschriebenen. Ja, die PP betrachtet den Menschen ganzheitlich, und das unterscheidet sie ja gerade von der klassischen klinischen Psychologie, die ihren Fokus auf die Diagnose und Behandlung psychischer Störungen oder Leiden richtet. Die PP betrachtet (spätestens seit der PP 2.0 auch explizit) den Menschen in der Gesamtheit seiner Emotionen, Werte und Bedürfnisse. Wer dies zum Beispiel aktuell klar und überzeugend vertritt, sind Todd Kashdan und Robert Biswas-Diener (der Sohn Ed Dieners) mit ihrem Buch „The Upside of your Dark Side“.

Außerdem steht die PP auf der Grundlage der Humanistischen Psychologie (Rogers, Maslow u.a.), die den Menschen als grundsätzlich orientiert an Wachstum (und eben nicht an Defizit) versteht. Das ist ein weiterer Beleg für den ganzheitlichen Ansatz der PP.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen bzw. weiter im Gespräch darüber bleiben möchten, dann schreiben Sie mir gerne wieder.

Herzliche Grüße
Daniela Blickhan